"Der (schmale) Grat ist der Weg, der über die Abgründe hinwegführt."

Robert Lerch


Führung bedeutet, andere sicher über diesen Grat zu führen: 
Mit Haltung, Klarheit und Vertrauen. Nicht, weil du jede Antwort kennst, sondern weil du in Bewegung bleibst, wenn andere zögern. 

 

 


Das Thema Führung in Unternehmen

Führung war in vielen vergangenen Kulturen die zu erlernende Kunst schlechthin. Ob als Politiker, Herrscher, Kaufmann, religiöser oder militärischer Führer, alle Personen mit Ambitionen mussten führen können und wurden oftmals gewissenhaft und akribisch auf diese Führungsrolle durch Familie, Gelehrten und die Gesellschaft vorbereitet. 
Eine Kunst, die nicht vererbt und von Generation zu Generation weitergeben wird, so wie technologisches Wissen, sondern von jeder neuen Führungskraft und daher jeder Generation mühsam neu erlernt werden muss. 
Eine Kunst, für die nicht alle Menschen geschaffen sind und in der nur wenige Anführer es zur wahren Brillanz gebracht haben. Umso erschreckender, wie wenig Führungskunst und Befähigung dazu heutzutage gelehrt wird und wie unvorbereitet angehende Führungskräfte durch heutige (Bildungs-)Systeme auf den Arbeitsmarkt und in die Funktion als Führungskraft geworfen werden.  

In der deutschen Armee ist die Lehre und Befähigung zu führen für Führungskräfte ein essenzieller Bestandteil ihrer Ausbildung und ihrer Qualifikation. Ohne zumindest Grundlagenführung zu beherrschen, wird kein Soldat zur Führungskraft ernannt und auf Menschen "losgelassen". Denn, schlechte Führung kann im schlimmsten Fall Tod und Verwundung mit sich bringen. Hierbei ist es nicht nur essenziell andere gut führen zu können, sondern auch die eigene Führung seiner Person ist entscheidend, um authentisch und souverän die Aufgaben des Lebens zu meistern. Nicht umsonst sagt man, dass "harte Kerle (Führungskräfte der Bundeswehr) sich fast dauerhaft mit soften Themen" wie z.B. Führung von Menschen beschäftigen. Nicht so in der zivilen Wirtschaft. Die Gefahr körperlichen Schadens aufgrund schlechter Führung zu erleiden, ist nicht sofort sichtbar und in Friedenszeiten sowie weltweiten Karrierenetzwerken, zählen die harten Fakten und der Profit. Der Mensch als Ressource. Der Mensch als Einzelner.  

In vielen Unternehmen wird sich daher wenig bis gar nicht mit Führung beschäftigt. Führung ist etwas, das oftmals am Rande passiert und Projektmanager oder Fachkräfte sind daher "nur nebenbei" disziplinarische Führungskräfte. Hierbei wird durch Anführer am Team, an den Menschen und an sich selbst scharf geübt, ohne im Vorfeld wirkliche Vorbilder und Mentoren gehabt zu haben, die einem in geeigneten Übungsszenarien das notwendige Handwerkszeug an die Hand geben. Die wenigsten Experimente am Menschen gehen hierbei jedoch gut, und mentale Schäden durch schlechte Führung sind gesellschaftlich stark verwurzelt. Gewisse Gruppen von Führungskräften haben sich in dieser konsumorientierten und ich-bezogenen Gesellschaft immer stärker entwickelt:  

Überzeichnung von auffälligen Führungs-Personas in Unternehmen

1. Der (promovierte) Akademiker mit Corporate-Karriereambitionen
Der Akademiker mit Ambitionen hat jahrzehntelang die Schulbank gedrückt und ist aufgrund seiner wissenschaftlichen Fachbegabung nun bereit für den Arbeitsmarkt. Da fachlich perfekt, zumindest in der Theorie und der Aufstieg der Karriereleiter nur über eine Führungsverwendung möglich, wird dem ambitionierten Wissenschaftler frühzeitig die Leitung von "Menschen" übertragen. Dazu gibt es einen Tageslehrgang "Führen kann jeder" als Placebo-Befähigung. Aufgrund fehlender Praxis und nie erlernter Führungsgrundlagen der Sprung in das tiefe Wasser mit Betonstiefeln. Fällt aber nicht weiter auf, da seine Chefs ebenfalls Diplom-XYZ-ABC sind. Sie alle haben an ihren Bildungseinrichtungen von Kind an als Einzelkämpfer gelernt, in den einsamen Tiefen zu überleben. Karriere wird in solchen Systemen durch mühsames Buckeln gemacht. Das Team hält sich dabei selbst über Wasser und die Führungskraft versteckt sich im fachlichen Sumpf, denn geführt wird durch informelle Führer.

2. Der alte Fach-Patriarch (Matriarchin) im Familienunternehmen
Die "Boomer-Daniel-Düsentriebs" unter den Führungskräften haben aufgrund einer genial Erfindung ihr Unternehmen selbst, mit den eigenen Händen aufgebaut und sind qua Gründung Anführer. Ohne sie und/oder ihre Familie läuft in ihrem Unternehmen wenig bis gar nichts und daher ist die Form des Führens mit Informationsvorbehalt an der Tagesordnung. Transparenz für alle Mitarbeitenden oftmals Mangelware. Fachlich können ihnen meist nur wenige das Wasser reichen, und ihr Befehl ist Gesetz. Wahren Diskurs trauen sich nur die wenigsten und warum auch, durch Loyalität kann eine geschickte Bereicherungskultur erschaffen werden: Autokratie with Benefits. Der Mensch steht hier im Mittelpunkt, wenn er ganz oben in der Hierarchiepyramide steht und den richtigen Nachnamen führt. Familiäre Strukturen erlauben daher wenig Spielraum für alle weiteren Führungskräfte. Vorbild ist und bleibt: Der Patriarch. In Krisen und vor dem Abgang oftmals bereit Führung neu zu denken, da sonst das Vermächtnis droht zu zerbrechen.

3. Der selbstsüchtige Karrierist im System
Getrieben durch die Angst zu versagen und sich selbst oder anderen nicht wertig genug zu sein oder durch die allgemeine Tendenz, den eigenen individuellen Nutzen zu maximieren erobert der misanthropische Karrierist, ohne gutmütige Führungsambitionen, die Führungsränge. Hierbei wird unter Missachtung, Inkaufnahme oder sogar böswilliger Herbeiführung von Nachteilen für andere, begleitet von Überzeugungen, die als Rechtfertigungen dienen, der schnellste Weg an die Führungsspitze gewählt. Der Mensch steht hierbei nur im Weg oder ist das Vehikel zur persönlichen Bereicherung.  

Dieser wird geführt durch Angst und mit erheblichem manipulativem Druck. Die eigene "Hidden Agenda" a la Vorbild Trump ist hierbei führend. Die Wolf im Schafspelz schafft es mit teils psychopathischen Ansätzen oftmals sogar in die höchsten Führungsriegen und wird selten aktiv bekämpft, denn zu groß sind die persönlichen Nachteile bei einem Gegner der teils über Leichen geht.

Zu diesen teils fehlgeleiteten Personas willst du nicht gehören... dann stelle dir folgende Fragen:

... was für eine Führungskraft bin ich und was macht mich (zukünftig) als Mensch und Anführer aus!?


Anhand eigener Führungsideale, die wir gemeinsam mit dir definieren und in einen Führungskodex gießen, wirst du zur authentischen und souveränen Führungskraft. 

Parallel wird dir das grundlegende Handwerkszeug für das Führen vermittelt. Eine Befähigung, die dir erlaubt, unter Druck und in schwierigen Situationen antrainiert zu handeln. Anhand deines Führungsprozesses:

 1. Die Auswertung des eigentlichen Auftrags
bzw. des Ziels und die Identifikation der wesentlichen Leistung.

2. Die anschließende Beurteilung der eigenen Situation.

3. Die folgende Anweisung an den Kreis der Beteiligten.

4. Die daraufhin zu erfolgende Kontrolle bzw. Überwachung der Anweisung und notwendige Hilfestellung. 
 

Der Führungskreislauf ist als Grundsatz jeglichen Handelns als Anführer "on the Job" zu etablieren. Er ist durchaus auch übertragbar in Situationen des Alltags. 

 

Das Ziel 

Abseits von unerprobter Führungs-Innovation und klickraten-treibenden Social-Media-Ansätzen ist das Ziel eine nachhaltige, prägende Entwicklung deiner Person zum systemisch befähigten "Leader" mit Rückgrat. 





Was bringt mir das? 

Werde zu dem Anführer, den du selber folgen würdest. Selbstsicher und selbstreflektierend, von deinem Team respektiert und für deine Professionalität, aber besonders deine Menschlichkeit, geschätzt. 

Eine soziale Führungskraft, die ihr Umfeld überblickt und dort anleitet, wo notwendig. Die im Sinne ihres Berufsethos als Vorbild für ihre Kollegen und Mitarbeiter dient.  


Frag dich daher immer selbst: Würde ich mir selbst folgen und mir selbst meine Familie/Freunde anvertrauen in Situationen, die meine, aber auch die Gesundheit meiner mir wichtigen Menschen gefährden.  

Falls du dieses Vorbild nicht bist, lass uns gern über den Weg sprechen, wie du zum Vorbild für dich selbst wirst.

Beispiel: Totalausfall der IT-Systeme 

Die Lage 

Dienstagmorgen, 08:15 Uhr.
Niemand kann sich anmelden.
E-Mails funktionieren nicht, kein Zugriff auf Cloud-Systeme, ERP, CRM oder Tickets.
Das Telefon klingelt pausenlos, Kunden melden Fehler, interne Teams stehen still. 

Die IT meldet: „Wir prüfen, es kann dauern.“
Jetzt ist klar: Es betrifft alles. 


Die ersten Mitarbeitenden fragen, ob sie nach Hause gehen sollen.
Andere diskutieren, ob Daten verloren sind.
Unruhe breitet sich aus.
Alle schauen auf dich. 


Führung zeigt sich jetzt. Nicht durch Fachwissen, sondern durch Haltung. 

Beobachten

Was ist sicher, was ist unklar?

Du gehst nicht sofort in Aktion, sondern verschaffst dir Überblick. 

Was funktioniert noch. Telefone, lokale Daten, Papierabläufe?

Welche Teams sind direkt betroffen, welche können weiterarbeiten?

Welche Auswirkungen hat das in den nächsten Stunden?

Du trennst Fakten von Annahmen – und stoppst damit die Panikspirale.


Im Training übst du, Informationen unter Druck zu strukturieren:

Was ist sicher, was vermutet, was muss sofort entschieden werden?


Orientieren

Was bedeutet das für Auftrag, Ziel, Team?

Du akzeptierst: Heute läuft nichts nach Plan. Aber dein Auftrag bleibt. Stabilität schaffen. Das Ziel ist jetzt Orientierung, Vertrauen, Ruhe.

Du erkennst Prioritäten:
Kundenkommunikation sichern, Mitarbeitende informieren, Alternativen prüfen.


Im Training lernst du, operative, kommunikative und emotionale Ebenen auseinanderzuhalten.

Denn Führung ist hier kein fachliches abarbeiten – sondern Klarheitsarbeit.

Entscheiden

Welche Entscheidung bringt jetzt Stabilität?


Du legst fest:

- Regelmäßige Team-Updates.
- Manuelle Abläufe starten.
- Kommunikation nach außen klar definieren.
- Keine hektischen Einzelaktionen, sondern strukturierte Schritte.


Im Training üben wir, Entscheidungen bewusst und nachvollziehbar zu treffen – nicht nach Bauchgefühl, sondern nach Klarheit und Wirkung.


Handeln

Jetzt wird sichtbar, ob Führung trägt.

Du bleibst ruhig, erreichbar, ansprechbar.
Du wiederholst Botschaften klar und ohne Druck.
Du führst durch Haltung – nicht durch Kontrolle.


Das Team spürt: Es läuft nicht, aber wir sind geführt.

Im Training baust du Handlungssicherheit auf.
Keine Planspiele, sondern reale Drills: 
Kommunizieren, entscheiden, handeln, reflektieren.


Was bleibt danach 

Du kannst Krisen nicht verhindern, aber du kannst sie führen! 


Führung zeigt sich dort, wo Systeme versagen und Haltung bleibt. 


Anführen lernen. Anführer sein.